Unterwegs

Food Trends 2018: Das kommt auf den Teller

So, 2017 ist vorbei. Kulinarisch hatte das Jahr einiges zu bieten: Detox, Street Food, Superfood, Food Pairing oder Pseudogetreide sind die Begriffe, die den Food-Markt mit geprägt haben. Food-Trends sind wertvolle Spiegel einer Gesellschaft. Sie geben Aufschluss über Sehnsüchte und Lebensumstände der Menschen.

Die Lebensmittel, die wir in unseren Einkaufswagen geben, sind nicht mehr nur dazu da, uns satt zu machen. Sie bringen auch einen Lebensstil zum Ausdruck: nachhaltig, regional, vegan, paleo. Lebensmittel werden so immer mehr zum Mittel der Individualisierung. Verschiedene Trendforscher und Institutionen wie zum Beispiel Hanni Rützler haben diese Food Trends frühzeitig im Blick und können uns sagen, 2018 auf den Tisch kommt.

Ich habe mal im „Foodreport“ der Trendforscherin Hanni Rützler geblättert und mich in den sozialen Medien umgeschaut. Entstanden ist eine kleine Vorhersage mit den kulinarischen Trends 2018. Los geht’s:

Gemüse ist das neue Fleisch
Gemüse übernimmt die Hauptrolle auf dem Teller.

Gemüse ist das neue Fleisch

Für frühere Generationen war Fleisch als Produkt rar, edel und vor allem: teuer. Doch mittlerweile – nicht zuletzt durch Massentierhaltung und Globalisierung – ist es so billig geworden, dass manche Teile der Gesellschaft glatt den Appetit daran verlieren. Ein Grund, Gemüse weiterhin als Trend zu sehen. Gemüse übernimmt die Hauptrolle auf dem Teller. Einflüsse von anderen Esskulturen bieten neue Verwertungsmöglichkeiten von Pflanzen und öffnen Innovationspotenziale.

Kennt ihr zum Beispiel schon „Leaf to Root“? Hierbei wird das Gemüse komplett gegessen: Vom Blatt bis zur Wurzel.

 

Arabisch-Israelische Gerichte

Die Küche der „Levante“, also der Länder der östlichen Mittelmeerküste (wie Syrien, Libanon, Israel, Jordanien) sind hoch im Trend für 2018. Zum einen, weil sie durchaus gut und vielfältig mit Gemüse umgehen: Hummus, Falafel oder Schakschuka. Es geht nicht nur um kleine schmackhafte Gerichte, sondern auch die Kultur des Teilens. Hier steht das Zelebrieren des gemeinsamen Essens im Fokus. Diese arabische Tradition, kombiniert mit der hebräischen Offenheit und Kreativität, sowie der Zugang zur Kulinarik zeichnen die neue Levante-Küche aus.

 

Weniger Akzeptanz für hochverarbeitete, industriell erzeugte Lebensmittel

In den letzten Jahren ploppten auf vielen Produkten im Supermarkt Kennzeichnungen und Siegel auf, die Frische und Naturnähe versprachen. De-Processing beschreibt einen neuen Wendepunkt in der Nahrungsmittelindustrie: Die Akzeptanz von industriell verarbeiteten Produkten sinkt immer mehr. Der Wunsch nach natürlichen Herstellungsverfahren und Lebensmitteln steigt. Dies stellt die Industrie vor immense Herausforderungen, aber bringt auch innovative, alternative Start ups hervor.

 

Meet Food: Immer mehr Konsumenten wollen ihre Lebensmittel nicht nur „verbrauchen“, sondern „erleben“. Für Produzenten eröffnet sich damit die Chance, ihre handwerkliche Meisterschaft zu zeigen und die Qualität ihrer Produkte unter Beweis zu stellen.

 

Breakfast time anytime
Frühstücken boomt: es gelten neue Maßstäbe für den kulinarischen Start in den Tag.

 

Breakfast time anytime

Zum einen: Frühstücken boomt. Für Gastronomie und Hotellerie heißen die neuen Maßstäbe für den kulinarischen Start in den Tag: Individualität, Casual Style und internationaler Flair. Zum anderen: Warum nicht auch mal Waffeln zum Abendessen? Frühstücksklassiker sind auf Instagram und Co. zu jeder Tageszeit beliebt

 

Female Connoisseurs: Der „weibliche Geschmack“ gibt die neue Richtung vor. In Zukunft werden wir mehr femininen Einfluss auf unsere Ess- und Trinkkultur, die Gastronomie und Lebensmittelszene erleben.

 

Purple Food

Der neueste Food-Trend auf Instagram: Egal, ob lila Eis, lila Cupcakes oder lila Waffeln – alles wird in der angesagten Farbe gemacht. Grund dafür ist die Ube Wurzel, auch Wasseryams genannt. Das aus Asien stammende Wurzelgemüse schmeckt ähnlich wie Süßkartoffeln und besticht durch seine  violette Farbe. Verarbeitet zu einem feinen Püree und verwendet in Kuchen oder Shakes peppt es jetzt unseren Teller auf. Das Problem: Ube ist bei uns (noch) recht schwer zu bekommen. Neben Ube gibt es aber noch lila Kartoffeln, lila Mais oder lila Blumenkohl. Das ungewöhnlich gefärbte Gemüse gibt es mittlerweile in vielen Supermärkten und es lässt sich genauso verarbeiten wie seine „normalen“ Verwandten.

Vor allem die Vitamine A und C sowie Magnesium, Calcium und Mineralstoffe stecken in Anthocyanreichen (lila) Lebensmitteln. Zahlreiche Langzeit-Studien belegen, dass „purple food“ sowohl die Gehirnleistung steigern, als auch das Risiko auf Herz- und Krebskrankheiten mindern kann.

Purple Food
Lila Lebensmittel sind im Trend und stecken voll guter Inhaltsstoffe.

 

Kicking

Wer im Alltag für einen echten „Kick“ sorgen will, setzt dazu auf Tee. Bereits 2017 zeichnete sich der Hype ums Teetrinken ab. Ob nun aus gesundheitlichen, Superfood- oder Stoffwechselgründen: Immer mehr Menschen schwören ganz bewusst auf Tee, statt auf Kaffee. Aus ernährungswissenschaftlicher Sicht sprechen dafür übrigens einige Fakten. Erstens wirkt das in Tee enthaltene Koffein länger. So sorgen die Gerbstoffe in grünem Tee dafür, dass das Koffein in gebundener Form vom Körper aufgenommen wird und nicht über den Magen, sondern über den Darm ins Blut gelangt. Der gewünschte „Kick“ kommt somit weniger plötzlich, hält dafür aber mit bis zu zwei Stunden auch wesentlich länger an. Den maximalen Tee-„Kicking“-Effekt beschert ein sogenannter Tea-Shot (Tee-Espresso) aus koffeinreichen Sorten, wie es grüner, schwarzer, weißer Tee, Mate oder Cascara ist. Für den Shot die hochkonzentrierten Tees nur fünf bis zehn Sekunden ziehen lassen, sofort trinken und den „Kick“ genießen.

 

Tee-Cocktails

Wer im Sommer 2018 up-to-date sein will, trinkt Earl Grey Martini oder Iced Moonshine Shanti. Der Clou bei angesagten Tee-Cocktails ist nämlich: Die Tee-Geschmacksnoten wird durch Alkohol intensiviert. Wichtig dabei: auf die natürliche Geschmacks-Power von Tees in Bio-Qualität setzen, statt auf künstlich aromatisierte Tees. Bio-Qualitäts-Tees bieten nicht nur natürliches Aroma, sie sind zudem sauber und kontrolliert.

 

Premium Mixers

Der Absatz von Fever Tree Tonics und Mixern ist in diesem Jahr um 77% gestiegen, auch wenn andere High-End-Hersteller weiterhin auf den Markt kommen. Davon abgesehen hat der Gin-Markt in den letzten Jahren explosionsartig zugenommen und damit eine größere Vielfalt und eine höhere Qualität der Mischungen erreicht. Mit natürlichen Tonics, die frei von künstlichen Süßstoffen sind, haben die Hersteller Mischungen entwickelt, die den Geschmack des Gins durchscheinen lassen.

 

Das klingt doch super, oder? Ich bin besonders auf die arabischen Gerichte gespannt, die hoffentlich bald die Speisekarten erobern werden. Auf welchen Trend freut ihr euch oder seht ihr noch weitere Trends für 2018?

Lasst es euch schmecken.

Eure Tina

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s