Unterwegs

Tough Mudder: Vorbereiten, mitmachen und überraschen lassen

Vor zwei Wochen habe ich etwas (für mich) unvorstellbares gemacht. Damit habe ich bis zum Ende nicht gerechnet und ich glaube alle anderen auch nicht: Ich habe beim Tough Mudder mitgemacht. Das ist ein Hindernislauf durch Schlamm und Matsch mit vielen Herausforderungen.

Klar, ich habe meiner Schwester dafür die Tickets geschenkt, weil ich wollte, dass wir uns selbst mal was beweisen und auch allen zeigen wie tough wir sind. Tough Mudder Half versteht sich – ich bin ja noch nicht ganz verrückt. Hindernislauf mit viel Spaß. Das klingt doch super hab ich gedacht und angefangen zu trainieren.

Aber bis zum Schluss habe ich nicht wirklich dran geglaubt, dass wir es durchhalten.

10 km die Berge hoch und runter. 10 km Anstrengung. 10 km sich selbst überwinden.

Wie gruselig das jetzt klingt. Dabei war es eine wundervolle Erfahrung und ich bin sehr stolz, dass wir es geschafft haben.

Denn wer mich kennt, der weiß, dass ich nicht besonders sportlich bin. Ich unternehme gerne was, aber bitte nicht zu anstrengend. Ich probier gern was Neues, aber bitte nicht zu extrem. Und dann DAS!

Start_Tough-Mudder
Warten auf den Start: Bald geht es los.

Die Vorbereitung

Der Entschluss steht fest. Zumindest hat man sich ein Ticket für den Tough Mudder gekauft. Jetzt heißt es vorbereiten. Denn ins Ziel kommen möchte ich zumindest schon. Also: Trainieren! Angefangen habe ich mit einem Lauftraining, um überhaupt die Strecke von angepeilten 8 km zu schaffen. Das gemeine ist ja, im Internet steht immer 8 km….in Arnsberg waren es dann 10 km. Wie frech 🙂  Darauf muss man vorbereitet sein. Da ich im Winter nichts an Sport gemacht habe, heißt es jetzt im Februar wieder leicht anfangen, um bis Mai fit zu sein. Zumindest 5 km am Stück joggen zu können. Hab gehört, nach 2 Kilometern kommt dann immer ein Hindernis und man hat kurz Laufpause.

Schon mal vorweg: Man muss kein Supersportler sein, um die Ziellinie zu erreichen. Mit ein bisschen Training kann es jeder schaffen. Ich sprech aus Erfahrung – ich hab´s mit ein bisschen Training geschafft 🙂 Meiner Meinung nach der wichtigste Satz auf der Tough Mudder Homepage: „Vorbereitung ist trotzdem wichtig, denn der Lauf macht zwar jede Menge Spaß, ist aber kein Witz.“

Also los! Trainingsstart war im Februar, 3 Monate vor dem Event. Bei meiner Vorbereitung habe ich mir als Unterstützung den Laufplan von Runnersworld genommen, den Trainingsplan von Though Mudder und das 9 Minuten Workout von Prof. Ingo Froböse.

Die Mischung für mich war dann Folgende:

Trainingsplan_3 Monate
Langsam starten mit Lauftraining ab 3 Monaten vor dem Event.

 

Trainingsplan_2 Monate
2 Monate vor dem Event Krafttraining einfügen.

Ein kleines Geheimnis am Rande: Ich muss zugeben, dass ich die Trainingstage nicht immer eingehalten habe…ein paar Mal wurde geschummelt und doch eher nur ein Spaziergang mit dem Freund gemacht. Vielleicht hätte ich am Ende den Everest doch geschafft, wenn ich das nicht getan hätte. Aber: hätte hätte Fahradkette.

Trainingsplan_1 Monat
In der letzten Woche vor dem Event ruhig langsam machen.

 

Die Ernährung

Bei der Ernährung hab ich in den Monaten vor dem Event eigentlich nichts anders gemacht als sonst. Eine normale ausgewogene Ernährung, mit viel Obst, Gemüse und Vollkornprodukten. Nur in der letzten Woche vor dem Though Mudder habe ich meine Ernährung auf den bevorstehenden Lauf angepasst. Besonders wichtig: Die Kohlenhydratspeicher vor dem Start gut auffüllen. Hierzu muss man keine Berge an Essen verdrücken. Die Glykogenspeicher sind recht schnell voll und dafür reichen normal große Portionen. Kohlenhydratreiche Lebensmittel sind zum Beispiel Nudeln, Kartoffeln oder Vollkornprodukte. Dazu viel Wasser trinken und wenn möglich zwei Tage vorher auf Alkohol verzichten.

Gemischtes-Obst
Beim Training hilft viel Obst. Das versorgt den Körper mit wichtigen Vitaminen und Mineralstoffen.

Den Tough Mudder auf keinen Fall mit leerem Magen starten. Wir sind mittags los gelaufen, deswegen konnten wir morgens noch frühstücken. Beim Frühstück sollte man allerdings auf Milch- und Vollkornprodukte verzichten, da sie schwer im Magen liegen können. Anders als sonst, wo Vollkornprodukte unbedingt auf den Speiseplan gehören, hat man hier von einfach verwertbaren Kohlenhydraten mehr, da sie schnell Energie bringen.

Vor dem Start gab es dann noch eine Kraft-Banane, einen halben Liter Wasser und los ging´s.

Auf der Strecke war ich sehr dankbar über die Verpflegungsstationen. Man konnte gut seinen Durst stillen und die netten Helfer haben einem die Kekse direkt in den Mund gesteckt. Mit den Matsch-Händen war das selbst etwas schwierig. Hat aber gut geholfen und die Energie kam zurück.

Start_Team_Tough_Mudder
Wir sind bereit: Gleich geht das Team an den Start.

Der Event

Bevor ich es vergesse: Das ist KEINE Werbung. Ich habe für mich mitgemacht und es hat mir einfach gut gefallen. Von daher möchte ich euch gerne daran teilhaben lassen. Noch immer bin ich ganz überwältigt und reagiere total emotional auf das Eventvideo. Am Start beim Warmmachen und beim Mudder Eid, da hab ich in der Aufregung sogar die Tränen in den Augen gehabt *schäm*. Man wird aber auch einfach so mitgerissen. Ich dachte erst, das gehört alles zur guten PR von Tough Mudder. Nichts da. Die Atmosphäre vor Ort, die Leute, das Event – einfach unbeschreiblich.

Bei der Wahl des Ortes habe ich mich für Arnsberg entschieden. Ganz in der Nähe liegt nämlich meine Heimat und wir konnten so den Lauf mit einem Besuch bei der Familie verknüpfen. Die haben uns am Eventtag auch fleißig unterstützt und waren mit dabei. Mit an Bord auch noch drei weitere Mädels für unser Team. Wir waren also fit zu fünft am Start.

Bei dem Tough Mudder Half (wie auch beim Tough Mudder) geht es nicht um die Streckenzeit. Zum Glück ist das Ganze kein Rennen, sondern der Hindernislauf ist darauf ausgelegt, Teamfähigkeit und Durchhaltevermögen zu auszutesten. Ich muss sagen, ich bin auch das ein oder andere Mal an meine Grenzen gekommen. In diesen Momenten wurde ich aber immer von meinem Team aber auch von Leuten die mich gar nicht kannten bestärkt weiter zu machen. Das war toll und hat unheimlich motiviert. Im Team kann es so leicht sein sich seinen Ängsten zu stellen.

Heidis-Weg
Heidis Weg war in Arnsberg besonders anstrengend.

 

Heidis-Weg-geschafft
Heidi´s Weg geschafft. Jawoll.

Wer sich immer noch nicht vorstellen kann, wie so was abläuft – guck mal hier: https://www.youtube.com/watch?v=NVmzUtBdbo0

Da war ich dabei! Und jetzt noch mal alle: Wer nicht hüpft der ist kein Mudder…hey…hey!

Pyramide Scheme
Pyramide Scheme verlangt echten Teamgeist.

 

Everest
Den Everest am Ende konnte ich leider nicht bezwingen.

 

Block-Ness-Monster
Das Block Ness Monster hat am meisten Spaß gemacht.

 

Zieleinlauf_Tough_Mudder
Beim Zieleinlauf ist man einfach nur stolz und glücklich.

Das Allerbeste: Das eiskalte Bier nach der Ziellinie 🙂 Dort haben meine Eltern, meine Tante und mein Max auf mich gewartet und uns alle in Empfang genommen. Es gab das besagte Bier und wir Mädels konnten endlich über das Erlebnis quatschen. Abgerundet wurde der Tag mit einer gemütlichen Grillrunde und viel Sekt zu Hause.

Mein Fazit: geniale Hindernisse, unglaubliches Teamwork, viel Schlamm, eine echte Herausforderung, tolle Atmosphäre und viel Spaß.

Schwestern-Power
Schwestern-Power! Gemeinsam haben wir allen gezeigt wie tough wir sind.

 

Die Erfahrung einen Hindernislauf mitgemacht zu haben ist für mich unbezahlbar und werde ich in meinem Leben nicht vergessen. Ich bin über mich hinausgewachsen, habe mich überwunden, etwas durchgezogen und es hat sogar Spaß gemacht. Die Überlegung nächstes Jahr wieder mitzumachen ist da und ich kann es nur weiterempfehlen. Ob Tough Mudder oder irgendein anderer Lauf, das ist ja völlig egal. Traut euch und legt los. Ihr werdet überrascht sein, wie gut das tut.

Eure Tina

P.S. Was ich nicht verschweigen möchte: Ihr solltet euch auf ein paar  „kleine“ körperliche Schäden einstellen. Ich sah am nächsten Tag wirklich furchtbar aus 🙂 blau, grün, lila, um nur ein paar der wundervollen Farben meiner Arme und Beine zu nennen. Das war es aber auf jeden Fall wert!

 

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