Daheim

Ingwer: Superfood und Teamplayer

Ingwer ist zurzeit sehr angesagt – ob im Tee, im Smoothie oder in der Suppe. Schon ein Hauch Ingwer gibt Gerichten den besonderen Kick. Bis vor ein paar Jahren war die Pflanze bei uns noch weitgehend unbekannt. In Asien wird die würzig, scharfe Wurzel allerdings schon sehr lange in der Küche und Medizin verwendet. Auch viele meiner Bekannten schwören auf Ingwer als Heilmittel: Die Knolle soll gegen ganz unterschiedliche Leiden helfen und wird zum Beispiel gegen Verdauungsprobleme oder als Vorbeugung gegen Erkältungen eingenommen. Doch was ist dran und wogegen hilft Ingwer wirklich? Ich hab mich mal schlau gemacht und stell euch meinen Überblick hier zur Verfügung.

 

Die Basics

Der Ingwer (Zingiber officinale) ist eine Pflanzenart aus der Gattung Ingwer (Zingiber) innerhalb der Familie der Ingwergewächse (Zingiberaceae). Wichtigster Teil der Pflanze ist das so genannte Ingwer-Rhizom. Ein Wurzelstock aus unterirdischen knolligen Trieben, die sich in die Erde graben. Das Bambusähnliche Schilfgewächs ist verwandt mit der Kurkuma und dem Galgant.

Sein Ursprung liegt in Südostchina und Nordindien. Die Kulturgeschichte von Ingwer begann etwa 4000 v.Chr. mit einer großen Wanderungsbewegung zwischen chinesischen, indischen und südpazifischen Inselvölkern. Vor der Einführung der Chilischoten aus Amerika zu Beginn der Neuzeit war Ingwer neben Pfeffer in Ostasien meist das einzige verfügbare scharfe Gewürz.

Heute wächst Ingwer in den Tropen und Subtropen. Der größte Produzent ist Indien mit etwa 250.000 Tonnen pro Jahr. Je nach Produktionsmethode, Erntezeitpunkt und Zubereitungsart wird Ingwer ein mildes oder scharfes Gewürz.

 

Das ist drin

Der Geruch des Ingwers ist aromatisch und der Geschmack brennend scharf und würzig. Hauptbestandteile sind dabei ein ätherisches Öl, Harzsäuren sowie Gingerol, eine scharf aromatische Substanz. Das Gingerol verleiht dem Ingwer die Schärfe. Ingwer enthält zudem Vitamin C, Magnesium, Eisen, Calcium, Kalium, Natrium und Phosphor.

 

Ingwer_Scheiben
Ingwer gibt vielen Gerichten den richtigen Kick.

So vielseitig

Ingwer zählt frisch wie auch getrocknet und gemahlen zu den Küchenkräutern und Gewürzen. Er passt zu Geflügel, Lamm, Fisch oder Meeresfrüchten. Er dient pur oder in Mischungen (Curry, Chutneys, Marmeladen, Soßen) als Gewürz. Auch Lebkuchen, Printen, Milchreis oder Tee werden mit gemahlenem Ingwer verfeinert. Wegen seiner anregenden Wirkung auf die Schweißbildung ist Ingwer in heißen Ländern als Zusatz in Kaffee oder Tee beliebt. Auch reiner Ingwertee ist richtig lecker.

Ingwer-Pflaumen beziehungsweise Ingwer-Nüsse sind in Sirup eingelegte Stücke frischen Ingwers. Als weitere süße Ingwerzubereitungen gibt es kandierten Ingwer und die vor allem in Großbritannien beliebte Ingwerkonfitüre. Aus Japan stammt in Essig eingelegter Ingwer, der als Gari zwischen unterschiedlichen Sushi-Gängen gegessen wird und als solcher in Sushi-Restaurants auf der ganzen Welt verbreitet ist.

 

Ist Ingwer gesund?

Die ätherischen Öle und Scharfstoffe verleihen dem Ingwer nicht nur sein typisches Aroma, sondern machen ihn auch zu einem vielseitigen Superfood: Er fördert die Schleimproduktion von Magen und Gallenblase und schützt die Magenschleimhaut. Super dabei: Ingwer ist so ein gutes Mittel gegen Übelkeit und die Reisekrankheit.

Seine stark entzündungshemmende und schmerzstillende Wirkung hilft gegen Gelenkentzündungen, aber auch gegen die nächste Erkältungswelle  kann man sich mit Ingwer wappnen – die scharfe Wurzel fördert die Durchblutung der Schleimhäute und wärmt den Körper von innen.

Außerdem wirkt er antibakteriell und antioxidativ, er hilft somit freie Radikale im Körper zu neutralisieren. Als Tee hilft er bei Verdauungsproblemen wie Krämpfen und Blähungen. Der Scharfmacher Gingerol ist von der Zusammensetzung her der Acetylsalicylsäure ähnlich, die wir aus Schmerzmitteln kennen. Er wirkt entzündungshemmend, schmerzlindernd und schleimlösend.

 

Hättest du´s gewusst?

Der Ingwer wurde zur Heilpflanze des Jahres 2018 gekürt.

In der englischen Sprache weist der Begriff „Ginger“ auf die Verwendung von Ingwer in Nahrungsmitteln hin. Zum Beispiel im Ginger Ale oder Gingerbread (Pfefferkuchen).

 

In der Küche

Trotz seiner Schärfe ist Ingwer ein „Teamplayer“, weil er die Qualitäten anderer Aromen unterstützt. Besonders gut harmoniert er mit Basilikum, Chili, Limetten, Zitronen und Koriandergrün.

Frischer Ingwer wird in Scheiben geschnitten, fein gehackt oder gerieben verwendet. Er muss nicht geschält werden, wenn er in Scheiben geschnitten in einem Gericht mitzieht, denn die Schale enthält wertvolle Inhaltsstoffe. Man sollte sie jedoch unbedingt entfernen, wenn man den Ingwer hackt oder reibt.

Wenn euch Ingwer zu scharf ist, solltet ihr möglichst frische Ingwerknollen verwenden. Denn je länger die Knolle lagert, desto schärfer wird sie. Das liegt daran, dass die milderen Scharfstoffe Gingerole in scharfe Shogaolen umgewandelt werden.

 

Gut zu wissen: Knoblauch und Ingwer sind ein Traumpaar. Ingwer macht den Knoblauch bekömmlicher und nimmt seinem Geschmack etwas die Spitze. Und als Duo verstärken sie ihren Einfluss auf die Gesundheit.

 

Drei Tipps zur Verwendung von Ingwer in der Küche.

  • Ingwer kaufen: Achtet beim Kauf auf eine seidig glänzende und unversehrte Schale, die Wurzel sollte bei Druck nicht nachgeben – daran ist frischer Ingwer zu erkennen. Praktisch: Ingwerwurzeln gibt es in jedem Supermarkt und beim Gemüsehändler um die Ecke. Frische Ware erkennt man an der festen, glatten Haut.

 

  • Ingwer kochen: Je gröbere Fasern die Wurzel hat, desto schärfer ist sie. Eine feine Würze gibt Ingwer, wenn er gleich zu Beginn der Garzeit zum Gericht gegeben wird, am Ende der Garzeit entfaltet er sein Aroma stärker. Achtung: nicht überdosieren, sonst wird es schnell zu scharf.

 

  • Ingwer lagern: Ungeschält und in Küchenpapier eingewickelt hält sich Ingwer zwei bis drei Wochen im Kühlschrank. Angeschnittener Ingwer sollte erst antrocknen, ehe er in den Kühlschrank kommt. Gerieben oder gehackt lässt sich Ingwer einfrieren und ist lange haltbar, schmeckt dann aber weniger intensiv. Immer erst direkt beim Kochen zubereiten, nicht vorschnippeln.

 

Na? Schon auf dem Weg in den Supermarkt und Ingwer auf der Einkaufsliste? Ich hab zumindest das Wasser für den Ingwertee schon aufgesetzt. Das Rezept dafür ist kinderleicht:

Ingwertee
Ingwer und Knoblauch sind ein Dreamteam.

Ingwertee

Zutaten für 250 ml:

  • 5 – 6 Scheiben gewaschenen, ungeschälten* Ingwer kleinschneiden (*Bitte den Ingwer schälen, wenn es sich nicht um Bio-Ingwer handelt!)
  • Die Ingwerstücke mit kochendem Wasser aufgießen
  • Den Tee etwa zehn bis zwanzig Minuten ziehen lassen
  • Je nach Geschmack, ein bis zwei Teelöffel Honig oder braunen Zucker hinzugeben

 

Fertig!

Eure Tina

 

Ein Kommentar zu „Ingwer: Superfood und Teamplayer

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