Unterwegs

Sommer in den Alpen: Über die Grenzkammstraßen mit dem Defender

ENDLICH! Sommerurlaub ist da!

Kennt ihr das Gefühl, völlig von der Natur überwältigt zu sein? Ihr fühlt euch im Vergleich zu ihr ganz klein und unwichtig? Ich habe diesen Sommer mal wieder gemerkt, wie klein meine eigentliche Probleme sind und wie schön es ist, einfach nur draußen zu sein. Oben auf einem Berg, der Blick schweift über die weite, wunderschöne Landschaft. Das ist einfach einmalig.

Zusammen mit Max und dem Defender ging es für zwei Wochen in die Alpen. Angepeilt war der Bereich an der italienischen und französischen Grenze. Meistens waren wir jedoch in Italien und in der Nähe des Piemont Gebiets.

Landkarte_Reiseroute
Gut geplante Offroad-Route in den Alpen.

Unsere geplante Route sieht wild aus, oder? Macht aber durchaus Sinn – glaub ich 🙂 Der Tripp war eine ganz neue Erfahrung für mich. Das erste Mal allein mit Max und das erste Mal wandere ich die Berge nicht hoch, sondern fahre sie hoch. Klingt bequem, oder? Im Bereich der Alpen sind mittlerweile viele Routen für Offroad-Fahrer geöffnet. An die wir uns auch konsequent gehalten haben. Wir möchten nicht abseits der Wege fahren und auf irgendeine Art die Natur stören. Doch diese öffentlichen Routen ermöglichen noch mal einen ganz anderen Blick auf die Bergwelt.

Anhaltspunkt für unsere Planung war übrigens der Reisebericht von Sabine und Burkhard von der Pistenkuh. Auch sie waren in den Alpen unterwegs und haben eine tolle Vorarbeit und die richtigen GPS Daten geliefert. Wir haben die Rout für uns angepasst und dann ging es schon los.

Nach einer langen Autofahrt nach Italien – mit ca. 100 km ist der Defender ja nicht der Schnellste – waren wir endlich am ersten Stopp. Auf dem Campingplatz “Gran Bosco” haben wir es uns erst mal für einen Abend gemütlich gemacht und die ersten Bergfahrten für die nächsten Tage geplant.  In den folgenden zwei Wochen haben wir versucht wenn möglich in der Natur zu campen und uns einfach frei zu fühlen. Zwischendrin war es aber auch einfach mal schön, den Luxus von Sanitäranlagen zu genießen…

Camping_GranBosco_Paar
Endlich angekommen und erst mal auf dem Campingplatz entspannen.

In diesem Urlaub haben wir viel erlebt und ich würde euch gerne ein paar Highlight-Routen vorstellen, die wir in den zwei Wochen befahren haben:

 

Colle del Colombardo

Ein super Start in den Urlaub. Die Route im Piemont, ist einfach zu befahren und gut zu erreichen. Da wir Ende Juni unterwegs waren, war noch nicht so viel los und wir hatten die Strecke teilweise für uns allein. Die Aussicht nach Norden auf einige Firngipfel ist wunderbar.

  

Assietta-Kammstraße

Hat mir für den Anfang unheimlich gut gefallen. Es geht eine ziemlich lange Strecke über  einen Gebirgskamm. Wenn man erst mal den Anstieg über den Colle delle Finestre geschafft hat, fährt man eingentlich die meiste Zeit zwischen 1.970 und 2.536 m Höhe – da bietet einfach schöne Aussichten auf die Bergwelt drum herum.

 

Colle Sommeiller

Was für ein Vorhaben – der Colle Sommeiller ist der höchste mit dem KFZ anfahrbare Punkt in den Alpen! Klar, dass er so zu den beliebtesten Offroad-Strecken im Piemont gehört. Früher konnte man noch bis auf 3.005 m ganz hoch fahren. Mittlerweile ist durch eine errichtete Holzbarriere (gleichzeitig auch französisch-italienische Grenze) bei 2.995 m Schluss. Ich finde das reicht auch, auf dieser Höhe ist mir immer nicht ganz wohl. Da mussten wir öfters mal Kaffeepause für den Kreislauf  machen. Anfahren kann man den Sommeiller über zwei verschiedene Strecken. Unser erster Versuch verlief über eine Skipiste. Immer schön unter den Liften durch, bis nach oben. Leider lag kurz vor dem Gipfel noch so viel Schnee, dass wir nicht bis hoch fahren konnten. Aufregend: die ganze steile, enge Piste wieder zurück. Auch der Versuch über die andere Seite war leider erfolglos. Den Gipfel haben wir also leider nur aus der Entfernung gesehen. Trotzdem war die Aussicht atemberaubend. Riesige Gipfel, Berge und Felsen – alles von der Natur geschaffen – da fühlt man sich selbst sehr klein.

 

Monte Jafferau

Irgendwie sollte es für uns in den zwei Tagen nicht so sein. Auch der Weg zum Monte Jafferau endet kurz unter dem Gipfelfort für uns. Ist Ende Juni wohl noch etwas zu früh für die Höhe. Der Monte Jafferau ist berühmt durch seinen 900 m langen gekrümmten Tunnel – leider wurde dieser durch einen Erdrutsch zerstört und war für uns nicht mehr befahrbar. Vielleicht auch besser, so kleine dunkle Tunnel sind ja doch ein bisschen unheimlich. Die Fahrt hat sich aber trotzdem gelohnt. Das Gebirgspanorama von Monte Jaffareau in alle Richtungen ist einmalig schön. Zudem haben wir einen tollen Abstecher zum Fort Foens gemacht und dort einen entspannten Abend mit Lagerfeuer verbracht.

Fort Foens_Kaffee
Kaffeepause auf dem Fort Föns.

 

Col de Mallemort

Mein Highlight in diesem Urlaub – der Col del Mallemort! Die Besonderheit der Strecke: sehr lange, schwierige Passage mit vielen enorm engen Kehren. Die Auffahrt ist jetzt nicht unbedingt für Anfänger, aber Max hat den Defender zum Glück gut im Griff. Man gelangt in eine bizarre, felsige Gebirgsregion und der schmale Weg endet bei einer großen Kasernenruine. Hier haben wir das Auto stehen lassen und sind zu Fuß bis hoch zum Gipfelfort auf der Téte de Viraysse gelaufen. Hier hatten wir meiner Meinung nach den schönsten Tag, Abend und die schönste Nacht in unserem Urlaub. Ab Spätnachmittag waren wir an dem Fort ganz allein. Es war einfach so ruhig, nur wir und die Bergwelt. Es kamen Murmeltiere ganz nah und wir konnten Steinböcke und sogar einen Steinadler sehen. Wir haben in der Sonne gechillt, gelesen und später gemeinsam gekocht. Den Abend haben wir bei einem Glas Wein am Lagerfeuer ausklingen lassen und konnten ganz deutlich die Millionen von Sterne sehen.

Steinbock
Gesichtet: Steinböcke unterwegs.
Tete de Viraysse_Tina
Wahnsinn! Diese Aussicht ist fantastisch.

Col de Parpaillon

Nach der Anstrengung auf der kurvigen Bergstrecke davor, führt diese Strecke durch eine reiche alpine Flora und Fauna. Normalerweise 🙂 Leider war das Wetter an diesem Tag nicht so gut und außer dem Regen an der Scheibe konnte ich nicht viel von Flora und Fauna sehen….Irgendwann kommt auf der Strecke ein 500 m langer Scheiteltunnel, in dem sich Erdrutschungen und tiefe Schlaglöcher bilden können. Hier haben wir schon fast gedacht, wir müssten die ganze Strecke wieder zurück fahren. Der Eingang des Tunnels lag noch voller Schnee und es war nicht klar, ob der Tunnel befahrbar ist – aber aufgrund von einem mutigen Team im Defender vor uns, sind wir durch den Tunnel. Über große Eisbrocken und bei Regen – Abenteuer pur. Ich war sehr erleichtert, als wir auf der anderen Seite wieder raus kamen.

 

Maira-Stura-Kammstraße

Für Max das Highlight was die Offroad-Strecken in den Alpen angeht. Die Kammstraße führt durch eine fantastische, bizarre Gebirgslandschaft. Die grob geschotterte Straße ist meist einfach zu befahren, die Nebenstrecke über den Colle d´Ancoccia bietet kurze anspruchsvolle Passagen. Und was für welche. Ich bin kurzzeitig ausgestiegen – offiziell um vorzugehen und die Durchfahrt zu filmen…..bei manchen Passagen ist man einfach froh, wenn sie vorbei sind und das Auto wieder gerade steht.

 

Ligurische Grenzkammstraße

Hier haben wir uns nach einem leider fehlgeschlagenen Ausflug zum Meer hoch geschlängelt. Merke: wenn ihr eine Woche in der Stille der Berge wart, dann fahrt nie nie nie ans Meer! Furchtbar und teuer. Wir sind direkt wieder geflüchtet. Ärgerlich einen Tag verloren zu haben, aber selber Schuld und die Grenzkammstraße mit ihrer Aussicht, hat uns dann wieder dafür entschädigt.

Ich möchte die Alpen auch unbedingt noch einmal besuchen! Wart ihr schon mal da? Einfach wunderschön. Das nächste Mal werden wir aber sicher zu einem späteren Zeitpunkt fahren, vielleicht im Herbst, damit auch der ganze Schnee weg ist und wir ohne Probleme an den Gipfel kommen. Wie schade, dass Urlaube immer so schnell vorbei sind. Noch zwei Wochen wären jetzt schön…

 

Ich wünsche euch auch einen Urlaub, der so schön entspannend ist, wie meiner. Ab Montag heißt es wieder – schaffen.

Happy Holiday!

Eure Tina

 

 

 

 

 

 

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